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  • Sandra Johanna Greuel

Absolute Selbstverantwortung

„Absolute Selbstverantwortung“ - das hört sich ja erstmal merkwürdig an. Zu viel. Zu hart. Vielleicht.


Für mich hört sich das so an: Wahr. Und Liebevoll.


Ich finde, wir haben alle lange genug Zeit gehabt, um auszuprobieren, wie das Leben funktioniert, wenn man so tut, als hätte man sie nicht – diese absolute Selbstverantwortung. Wir haben uns als getrennt erlebt. Aus der Perspektive der Trennung haben wir eine prall gefüllte Erfahrungstasche. Wir fühlen uns getrennt von anderen Menschen, getrennt von den Umständen, getrennt sogar von Themen in uns selbst. Wir lagern so Vieles aus, wir schieben es weit, weit von uns weg, wir stellen es auf die Seite, legen es in den Keller, wir vergraben es in den tiefsten Schächten und wir tun alles dafür, dass es da bleibt und nicht mehr nach oben kommt. Und warum? Weil es weh tut. Trennung tut weh. Und der Schmerz, getrennt von sich selbst zu sein, übersteigt wohl alles. Wir alle kennen diesen Schmerz. Kaum jemand ist mit sich selbst vollkommen eins.


Ich möchte mich gar nicht so lange mit den Gründen dafür aufhalten, die dazu führen, dass wir bereit sind, diese Trennungserfahrung immer und immer wieder zu machen. (Obwohl das ein überaus spannendes Forschungsgebiet ist 😊.) Heute möchte ich darüber schreiben, wie wir beginnen können, uns einzusammeln aus diesen Kellern, Schächten und den weiten Fernen. Weil wir ja wissen, dass wir das tun – wir wissen nur nicht, wie wir das ändern können.

Was steht denn auf der anderen Seite des Abgebens, des von Dir selbst Abtrennens und AusDirHerausstellens? Da steht das DaSeinlassen. Das Halten. Ja, auch das Aushalten – aber wenn Du genug Kraft hast und die richtigen inneren Werkzeuge, dann ist es ein ganz kurzes Aushalten, gefolgt von einer sich immer wieder wiederholenden Erfahrung der eigenen inneren Stärke. Dann ist das Aushalten keine Überforderung, keine Schwächeerfahrung, keine Quelle von Ohnmacht und Versagen. Wenn ich eine Situation, eine Beziehung, ein Gefühl wahrnehmen kann, wie es ist, dann ist das stark. Weil ich keine Angst habe vor dem Gefühl, kann ich in mich hineingehen und ihm nachgehen. Es kennen lernen, ihm begegnen, es verstehen. Und das gelingt ganz einfach und selbstverständlich ab genau der Sekunde, in der ich verstanden habe, dass alles meins ist. Dass mein Gefühl immer und ausschließlich in mir selbst entspringt. Ich meine das ganz radikal und wörtlich genau so, wie ich es geschrieben habe. Und ich mache da genau gar keine Kompromisse. Und es gibt auch kein Wenn. Und kein Aber.


Alles, was Du fühlst, ist Deins.


Es gibt absolut und rein gar nichts von Außen, das Dich etwas fühlen lässt, was keine Entsprechung in Dir hat. Es ist eine Gewohnheit von uns, dass wir immer im Außen suchen. Es ist ein Programm. Und wir haben das immer wieder so gelernt und erfahren, dass die Ursachen im Außen liegen. In den Umständen, in Situationen, unserem Gegenüber. Und wir haben das auch so angenommen, so verinnerlicht und so in uns verankert – weil es zu unserer Trennungserfahrung passt. Da wir uns so sehr von uns selbst getrennt haben, fühlt sich jede weitere Trennung, die wir zwischen uns und unserem Gefühl herstellen, richtig an. Sie fühlt sich logisch an… Irgendwie fühlt sich sogar der Schmerz kuschelig an. Gemütlich. Bekannt. Metaphorisch und wörtlich gesprochen: Wenn ich mich im Halbdunkel in meine Trennungsdecke einwickele und auf dem Sofa in meinen Schmerz versinke, dann brauche ich dazu nur noch einen Tatort, ein Bier und eine Tüte Chips, um optimal gerüstet zu sein für die uralte Reproduktionsschleife von genau diesem Schmerz. Dass wir diese Reproduktionsschleife als gemütlich empfinden, liegt schlicht daran, dass keine Referenzpunkte für etwas anderes da sind oder diesen Referenzpunkte nicht genügend Gewicht gegeben wird. Klar kann ich immer wieder beschreiben, wie sich das anfühlt, wenn man die olle, fiese Kuscheldecke mal endlich in den Müll wirft. Klar kann ich immer wieder sagen und zeigen, wie einfach der Durchblick wird, wenn es hell ist. Zum Beleuchten einer Situation ist es doch immer erstmal gut, das Licht anzuschalten. Also: Decke weg, Licht an, Fernseher aus, hinsetzen. Fühlt sich schon deutlich aktiver an 😊. Und aktiv brauchst Du Dich.


Denn jetzt geht’s los. Jetzt fängst Du an, hinzusehen. Und hinzufragen. Und dazubleiben. Du gehst nicht weg. Du bist bei Dir. Du beziehst Deine Gefühle auf Dich. Und auf niemanden sonst. Nimm alles zu Dir, was zu Dir gehört. Schau hin. Schau es Dir an, was da alles Deins ist. All den Schmerz, all das Leid, all die Müdigkeit und den Stress und die Überforderung. All den Kampf. Schau Dir auch Deine Freude an. Deinen Mut, Deine Leidenschaft, Deine Kindlichkeit, Deine Begeisterung. Hör auf zu kämpfen. Wenn Du etwas nicht verstehst, dann frag. Frag Dich selbst nach dem Warum. Hör zu. Spür nach. Hol Dir Hilfe, wenn Du sie brauchst. Einen Menschen, der Deinen Mut kennt, auch wenn Du ihn noch nicht so genau sehen kannst. Der mit Dir hinsieht. Der Dich sieht. So wie Du bist. Es geht nicht darum, etwas zu werden, was Du nicht bist. Es geht darum, alles zu werden, was Du bist. Es geht um ein Erinnern. Um ein Lichtanknipsen. Darum, dass Du Dich selbst verstehst. Und alles verstehst, was sich in Deinem Leben ereignet hat. Es geht um eine im Grunde ganz kleine Bewegung. Um eine Verschiebung der Aufmerksamkeit vom Außen auf das Innere.


Diese einzige kleine Bewegung ist eine Revolution!


Denn indem Du Deinen Blick mit aller Konsequenz nach Innen richtest, Deinen Gefühlen folgst und Deine Wunden heilst. Indem Du mit Dir selbst immer mehr eins wirst, indem Du Dich spürst, Dir selbst nah bist. Löst Du Deine Trennungen. Und dann ist alles anders. Das ist die friedlichste, liebevollste und wahrhaftigste Revolution, die ich kenne. Du errevolutionierst Dir ein ganz neues Gefühl zu Dir selbst. Und eine ganz neue Welt in Dir. Reiß die alten Mauern ein. Und hey. Fang da jetzt mit an. Nicht morgen.


Eins werden.

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