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  • Sandra

Die Freiheit und das Gewicht

"Wir hier und unsere unsterblichen Seelen

Sag mir - wie sollten wir arm sein?

Wir und der unpfändbare Rest unserer Herzen

Was sollten wir anders sein als frei?

Frei frei frei sollten, frei sollten wir sein

Sonst könnten wir uns nicht davon befreien,

frei frei zu sein“ PeterLicht

Am Ende ist es doch immer nur das, was wir im Inneren erleben, was das Leben ausmacht.

Es ist nicht das Außen - und es war es nie. Mit allem, was wir besitzen oder besitzen wollen, verbinden wir Gefühle. In alles legen wir uns selbst hinein, unsere Hoffnung, unseren Schmerz, unser Glück, unsere Freiheit.

In jedem Aspekt liegen prinzipiell alle Möglichkeiten der Projektion des Inneren.

Ich kann, je nach meinem eigenen Inneren, das schnelle Auto als Ausdruck meines Versuchs empfinden, dazuzugehören, meinen Reichtum zu zeigen, Freiheit zu spüren, einfach nur schnell von A nach B zu gelangen. Ich kann mich sogar dafür schämen, dass ich mir ein schnelles Auto leisten kann. Ich kann mich täglich bei seinem Anblick freuen - oder ich kann mich ärgern, weil die Besteuerung und die Versicherung zu hoch sind oder das Auto schon einen Kratzer hat.

Ich kann dem Auto Gewicht geben. In welche Richtung auch immer - und egal, ob mir diese Art Gewicht gut tut oder nicht.

Ich kann, je nach meinem eigenen Inneren, meine Beziehung sehen als einen Anker, der mich festhält, der mir Beständigkeit gibt, der mir das Gefühl gibt, in Sicherheit zu sein und einen festen Bezugspunkt vermittelt. Ich kann sie empfinden als mein Zuhause, in dem ich geborgen bin und das mir zeigt, dass ich nicht alleine bin. Oder - oder auch parallel dazu - kann ich sie auch als Kampffläche sehen. Ich kann alles, was ich in der Beziehung sehe, brauche und haben möchte erstreiten wollen und erkämpfen. Ich kann den anderen dazu nutzen, mir etwas zu geben, ohne das ich meine, mich nicht wohl zu fühlen.

Ich kann der Beziehung ein Gewicht geben.

Ich kann dem Geld und dem Besitz ein Gewicht geben, auch wenn beides fehlt.

Ich kann der Beziehung zu meinen Kindern ein Gewicht geben.

Ich kann meiner Vergangenheit ein Gewicht geben.

Ich kann sogar der Vergangenheit anderer Menschen ein eigenes, in mir spürbares Gewicht geben.

Ich kann meinem Körper ein Gewicht geben.

Ich kann meinen Gedanken ein Gewicht geben.

Ich kann jeder einzelnen Beziehung zu einem anderen Menschen ein Gewicht geben.

Ich kann meinen Sorgen, meinen Befürchtungen, meiner Zukunft ein Gewicht geben.

Ich kann meiner Angst ein Gewicht geben.

All dies können wir Menschen. Wir sind Profi-Gewichtgeber und Profi-Gewichtträger. Mit Gewicht fühlen wir uns vertraut, fühlen wir uns zwar schlecht, aber auch sicher und eingebunden und vertraut. In einer Zeit, in der die Gewichte, die wir tragen, deutlich und exponentiell steigen und sich unser Leben in dieser Welt komplett verwandelt - sollten wir, finde ich, alle den bewussten Umgang mit diesen Gewichten erlernen. Wir sollten nicht versuchen, immer stärker zu werden, um immer mehr Gewicht stemmen zu können. Wir sollten uns nicht gegenseitig beglückwünschen, dass wir immer mehr innere Muskeln entwickeln, alles aushalten zu können. Diese Muskeln gibt es in Wahrheit nicht. Das Maß des Gewichts ist voll. Wir können uns nur noch bücken und warten, dass es von selbst vorbei geht, das schiere Übermaß des Gewichts. Geht das von selbst vorbei?

Wir können lernen, Gewicht loszulassen. Gewicht fallen zu lassen. Gewicht zu verstehen und bewusst gehen zu lassen.

Wir können lernen, frei von Gewichten zu sein. Uns selbst zu erkennen. Die Liebe als Basis zu setzen, die Dinge neutral zu sehen, sie zu nutzen oder nicht zu nutzen - aber sie nicht zu brauchen, um uns zu fühlen, um uns selbst zu begegnen. Wir können lernen, frei zu sein. Weil wir es sind und immer waren. Wir können die Schwere in uns verstehen lernen - und in dem Verstehen noch loslassen. Wir sind nicht ausgeliefert. Wir sind auf einem Erfahrungsplaneten. Also - erfahren wir. Alles, was wir sind. In jeder vorstellbaren Realität.




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