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  • Sandra

Dieser eine Moment ist die Realität, die wir haben.

Wir sagen: in der Gegenwart leben - und meinen damit, nicht in der Vergangenheit zu sein und nicht in der Zukunft. Beides sind Konstrukte, so, wie auch der Begriff der Gegenwart ein Konstrukt des Verstandes ist. Vergangenheit - das sind unsere Emotionen. Alles, was wir erlebt, was wir versäumt, was wir getan und nicht getan haben. Alles, was wir gefühlt haben. Die Zukunft - das sind ebenfalls unsere Emotionen. Alles, was wir uns wünschen, was wir anstreben, was wir befürchten, wovor wir uns verstecken oder vor dem wir uns wehren. Das Gefühl - das ist aber nicht damals oder morgen. Das ist jetzt. Das Gefühl ist unsere Gegenwart. Natürlich nicht nur das eine, sondern tausende, unzählbare Gefühle aus ganz verschiedenen Zeitaltern unseres Hierseins, die mit denen anderer Menschen verflochten und verknüpft sind. Wir sind eingewoben in den Teppich unserer Emotionen, eingewoben ist das Leben, das wir so aufgebaut vorgefunden haben und in das wir uns hineinsinken lassen haben. Wir haben in diesem Gewebe vielerlei vorgefunden. Wir teilen dieses Eingewobensein alle miteinander. Das empfinden wir als stabil. Wir sind nicht frei von uns selbst und nicht frei von anderen - das empfinden wir als normal. Wir orientieren uns über unseren Kopf und das „Hinten“ und „Vorne“ unserer Existenz. Und wir orientieren uns über das Gewebe, über die anderen Menschen um uns herum und deren Gefühle.


Dies ist ein Plädoyer für die Mitte. Ein Plädoyer für den Moment. Wir kennen das Gefühl, komplett zu 100% in diesem einen Moment zu sein. Wir erleben dies in unserem Leben immer wieder. Wir halten dann inne und fühlen - Glück. Liebe. Wir fühlen uns eins mit uns selbst und mit allem, was ist. Wir nehmen diese Momente des intensiven Erlebens unserer eigenen Essenz als spontane Highlights, als seltene Naturphänomene - oder wir versuchen sie zu kreieren. Diesen Moment der Verschmelzung mit dem Sein, dieses Jenseits von allen Gedanken sein - das ist uns so wertvoll. Und doch - nehmen die meisten von uns hin, dass dieses Verschmelzen unwillkürlich mit uns geschieht. Oder gar nicht. Andere suchen es in extremen Erlebnissen, finden es in dem Moment, in dem das Leben den Tod berührt. Es gibt zahlreiche Bewegungen der Suche. Ganz unterschiedliche. Die Suche selbst, unser inneres Sehnen, die ist gleich. Wir suchen in allem - nur uns selbst. Auf unserer Suche - begegnen wir auch nur uns selbst. All unseren Gefühlen.


Wir können das Innehalten selbst. Wir müssen nicht warten, bis uns die Sommerluft, der Sternenhimmel, die perfekte Welle oder sonst irgend etwas oder jemand von außen daran erinnert, dass es um den Moment geht. Sommerluft, Sternenhimmel und Wellen sind wunderschön. Aber sie sind nicht nötig, um Liebe zu spüren, um glücklich zu sein, um still zu werden, weit. Wir können frei sein, unabhängig von den äußeren Umständen, unabhängig vom Gestern und vom Morgen oder Übermorgen. Jetzt. In diesem Moment.






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