• Sandra

Von mosaiklegenden Zauberwesen

Stell Dir vor, es gibt da einen Strand. Einen Sandstrand, weit und unbegrenzt oder auch eine Art Bucht – einfach so, wie er für Dich am Schönsten wäre. Stell Dir vor, dieser Strand ist der Ort, an dem eine besondere Begegnung stattfindet, ist, sich immer wieder vollzieht, sich feiert. Eine Begegnung von Dir mit Dir selbst. Du bist an diesem Strand. Du fühlst Dich vielleicht neu hier, vielleicht lebst Du auch immer schon hier, vielleicht entdeckst Du jeden Tag eine andere Stelle, an der Du noch nie warst, vielleicht liegst Du in der Sonne und genießt – und wahrscheinlich ist es alles zusammen. Du bist dabei, den Sand zu entdecken. In jedem Sandkorn findest Du eine Welt. Es gibt Steine, an denen Du Dir die Zehen stößt und Steine, die Du so wunderschön findest, dass Du sie aufhebst. Und es gibt Steine, an denen Du Dich stößt und die Du dennoch mit Dir nimmst. Als Erinnerung. Du legst Dir an Deinem Strand ein Mosaik. Eine Spirale, die weiterwächst, die aus allem besteht, dass Du gefunden hast. Aus Tang, aus Muscheln, aus Steinchen, Blättern, aus Treibgut aus allen Ländern und aus den angeschwemmten Trümmern von Schiffsunglücken. Du findest rundgeschliffene Glasstückchen, in denen Du Dich spiegelst – und mit denen Du Deine Spirale im Sonnenlicht zum Glitzern bringst. Du bist versunken in Deine Aufgabe.


Du gehst, Du findest, Du sammelst, Du legst. Du spielst. Irgendwann ist das Mosaik riesig. So groß, dass Du gar nicht mehr sehen kannst, dass es eins ist. Dass Du gar nicht mehr weißt, dass Du sammelst und legst und gestaltest. Und es wird mühsam. Es wird auch langweilig. Oder schwer, weil Du begonnen hast, immer größere Gegenstände zu tragen. Oder es wird eklig, weil die Seegrasstellen anfangen, in der Sonne zu stinken. Weil Du einfach keine Lust mehr hast oder nicht mehr weißt, warum Du eigentlich diese ganzen Dinge zusammenträgst. Weil Du eigentlich nochmal den Strand sehen möchtest. Und seine Weite. Weil der Blick aufs Meer ganz verbaut ist durch Dein Mosaik. Du setzt Dich hin und spürst unter Deinen Fingern den Sand. Die vielen einzelnen Körnchen. Die Wärme. In jedem Sandkorn findest Du eine Welt. Deine Welt. Und es reicht. Es reicht, da zu sein und zu spüren. Und Du beginnst, dem Mosaik, der Spirale, all dem Sammeln und Tragen und Legen – all dem Gesammelten, Getragenen, Gelegten – den Rücken zuzuwenden. Du lässt den Sand durch Deine Finger rieseln, und Du atmest. Und Du beginnst Dir zu wünschen, dass das ganze große Gebilde hinter Dir verschwindet. Du könntest natürlich einfach in eine andere Richtung gucken. Du weißt, dass Du die Wahl hast, wohin Du schauen willst, Du hast es ausprobiert. Aber Du erinnerst Dich auch, ganz tief in Deinem Herzen, wie es war in dieser Weite und Grenzenlosigkeit. Mit Dir und Deinem Sand. In jedem Sandkorn findest Du eine Welt. All diese Welten von Möglichkeiten.


Manchmal sind es die kleinen Bewegungen, die eine Welle auslösen. Hier an diesem Strand reicht Dein Gedanke. Dein Gefühl. Deine Aufmerksamkeit, die Du auf etwas legst. Das kennst Du, denn es ist Dein Strand und Du hast es beim Legen der Spirale, bei der Gestaltung dieses riesigen Mosaiks immer wieder bemerkt. Man könnte fast sagen, dass Du es so oft bemerkt hast, dass Du es gar nicht bemerkt hast. Jeder Gedanke, jedes Gefühl, jede Aufmerksamkeit setzt sich sofort um. Bist Du dabei zu sammeln und zu legen – so findest Du Dinge, die Du sammeln und legen kannst. Und indem Dir das bewusst wird, vielleicht jetzt gerade, erinnerst Du Dich auf einmal an den Strand von ganz früher, an diese Weite.


Und Du wunderst Dich. Du wunderst Dich bis in Deinen innersten Kern hinein. Wo kamen diese ganzen Sachen her, die Du gesammelt, genommen, getragen hast? Da war – nichts. Und da ist jetzt – so viel. Und da, vielleicht jetzt gerade, verstehst Du, wie Deine Strandwelt funktioniert. Du wolltest Mosaiklegen spielen – und Du hast alles vorgefunden, was Du brauchtest. Du hast die kleinen Steinchen ebenso gefunden wie das angegammelte Seegras. Und Du hast die Splitter zerborstener Schiffsplanken genauso aufgehoben wie die glänzenden Muschelgehäuse. Du hast all das genommen. Weil Du sie Dir dahin gedacht, dahin gefühlt hast. Weil sie Deine waren. Alle. Du erinnerst Dich an jeden Schnitt, den Du Dir am Holz geholt, an jedes Mal, das Du Dir beim Übersteigen der Spirale den Fuß verknackst oder an die unzähligen Gelegenheiten, an denen Du auf dem Seegras ausgerutscht bist. Du wunderst Dich. Du erkennst. Du verstehst. Und in Dir steigt etwas auf. Etwas Mächtiges, Umsichgreifendes. Ein Lachen, das so groß und ungestüm ist. Du wirfst den Kopf zurück und lachst. Das Lachen hebt Dich auf die Füße, es lässt Dich wachsen, immer weiterwachsen. Du beschließt, dieses Spiel zu beenden. Weil Du fühlst, dass es beendet IST. Denn dieses Spiel hieß nicht: Leg Dir ein Mosaik. Das Spiel hieß auch nicht: Erkenne Dich selbst. Dieses Spiel hieß: Erkenne, dass Du spielst.


An diesem Tag, in diesem Augenblick beginnst Du zu spielen. Nein, das ist kein Widerspruch. Indem Du verstanden hast, dass Du spielst und indem Du weißt, wie das das Spiel funktioniert, eröffnet sich eine Spiel- und Trainingsfläche, in die Du Dich mit einer Leichtigkeit und Freude hineinstürzen kannst, die Dein ganzes Herz erwärmt. Diese Spielfläche heißt: Freiheit. Diese Trainingsfläche heißt: Du hast die Wahl. Das Wasser, mit dem Du Dich beim Spielen immer wieder erfrischen kannst, heißt: Erkenntnis. Das Feuer, an dem Du Dich wärmst, heißt: Liebe. Und es gibt kein Innen und Außen mehr. Weil alles Du bist. Aber es dauert ein bisschen, bis Du das alles herausgefunden hast.

Zunächst blickst Du Dich um und probierst Deine neu gewonnenen Erkenntnisse in der Strandumgebung aus. Du lässt Deine Gedanken schweifen. Und sie schweifen – auf das Mosaik. Klar. Damit hast Du Dich beschäftigt. Jahrtausende lang. Zack, liegt Dir das nächste Steinchen vor den Füßen – und etwas weiter hinten, genau an der Wasserkante, glitzert bereits das nächste Stückchen Glas. Und ganz automatisch hast Du Dich nach dem Steinchen gebückt, es aufgehoben, und hast ich schon auf den Weg zur Wasserkante gemacht. Kurz bevor Du die Glasscherbe berührst, merkst Du auf einmal, dass Du es tust, dass Du Dinge zum Sammeln erschaffen hast und sammelst, obwohl Du beschlossen hattest, nicht mehr zu sammeln. Und Du lachst. Du lachst über Deine Gedanken, über Dich, über das Spiel. Und Du schließt die Hand über Deinem Steinchen und holst aus und wirfst es. In hohem Bogen in das Wasser vor Dir. Und es fühlt sich gut an. Du schaust nach der Scherbe, aber sie ist schon nicht mehr da.


Und Du probierst weiter. Du gehst zum Mosaik, zu einer Stelle mit Seegras, von der Du noch genau weißt, wie Du sie erstellt hast, wie mühsam das Zusammentragen so vieler müffelnder grüner Glitschschlieren war. Du setzt Dich hin und nimmst eine Schliere in die Hand und richtest Deine Freiheit, Deine Erkenntnis, Deine Liebe auf dieses Stück. Und es verschwindet. Und Du lachst. Das Spiel macht Spaß. Du schaust auf. Dein Blick zieht über den kleinen Ausschnitt des Mosaiks vor Dir, der allein Dir schon riesengroß vorkommt. Den Du mit so viel Arbeit zusammengetragen hast. In so viel Zeit. Du kannst ja nicht das ganze Mosaik auf diese Weise zurückbauen? Auch wenn Deine Zauberkraft super ist und das Verschwindenlassen Spaß gemacht hat – auf tausende von Jahren Verschwindenlassen hast Du ja sowas von überhaupt keine Lust. Wahrscheinlich wäre das genauso, wie das Sammeln. Nach einiger Zeit hättest Du vielleicht wieder vergessen, was Du da eigentlich machst – und es wäre wieder Selbstzweck und die Schönheit und die Weite und die Leichtigkeit und die Freude, all das wäre wieder so weit im Hintergrund. Nein. Du drehst Dich weg und schaust wieder auf den noch freien Teil des Strandes. Du gehst weg von der Spirale. Du setzt Dich hin, Du blickst aufs Meer und u atmest. Du fühlst Dich gut. Aber es ist nicht leicht. Es ist nicht so leicht, wie es sein könnte. Deine Gedanken, Deine Gefühle, Deine Gewohnheiten, alles in Dir ist – alt. Nur die Erkenntnis ist – neu. Du bist vollkommen verflochten mit der Spirale. Obwohl Du es auch eigentlich wieder genau nicht bist. Du bist eben beides. Noch 😊.


Ein Mosaiklegender UND ein lachendes Zauberwesen.


Wir haben Millionen von Glaubenssätzen, tausende von Themen und Erfahrungen – wenige bewusst und viele unbewusst. Die Frage ist ja nicht, dass wir sie haben. Die Frage ist, wie wir mit diesem Wissen umgehen wollen. Jeder Einzelne ist hier gefragt. Jeder von uns kann da eine grundsätzliche Entscheidung treffen. Raus aus den Puschen oder rein in die Puschen? Beziehungsweise: Soll das so bleiben, wie es ist oder soll sich das verändern? Möchtest Du einzelne Fäden anschauen, in die alten Themen nochmal einsteigen, die Gefühle durchleben, die Ursachen verstehen, die Wirkungen annehmen und schauen, wie es sich Dein Umgang damit verändert? Selbst wenn Du bereit bist, alles, was Du weißt zu vergessen und alles, was Du angesammelt hast, zu überprüfen und loszulassen – wie lange soll das denn dauern? Hast Du Lust dazu, dass es lange dauert? Noch länger als es bis hierher schon gedauert hat? Ist es nicht auch mal irgendwann genug? Mir persönlich ist es schon lange genug mit lang und kompliziert. Eigentlich schon immer. Mir hat nur lange das WIE gefehlt. Was soll denn das für eine Entwicklung sein, die so schwer ist und daraus besteht, sich immer wieder auf den alten – entschuldige – Scheiß einzulassen. Es ist ja keine Frage, DASS es geht. Die Frage ist, WIE. Und daran haben wir gearbeitet.


Das WAS und das WIE sind der Forschungsansatz der Bewusstseinsforschung. Wir wollten verstehen, wie das Bewusstsein aufgebaut ist. Welche Bereiche, welche Schichten, welche Vorgaben, welche Programme, welche Limitierungen, … Wir sind durch alle Anteile kleinschrittigst hindurchgegangen, wir haben bei uns selbst, in unserem Umfeld, in unseren Themen und Körpern, in unserem Wach- und Unterbewusstsein herumgeschnüffelt und alles um und umgedreht, um es bis ins Detail zu verstehen. Wir haben auch auf die Systeme dieser Welt geschaut, diese Welt als Ganzes, unser Sein auf dieser Welt und so weiter – bis hin zum Stand von heute. Das ist das WAS.


Gleichzeitig haben wir immer neue Werkzeuge entwickelt, ausprobiert und weiterentwickelt. Die Werkzeuge der Bewusstseinsarbeit sind mentale Tools. Bewusstsein kommuniziert. Es ist ansprechbar, und es reagiert. Das ist das WIE. Wir arbeiten mit Aufmerksamkeit. Du richtest Deinen inneren Blick auf ein bestimmtes inneres Feld (einen Bereich Deines Bewusstseins). Zum Beispiel auf Dein Denken. Du nimmst diesen Bereich wahr, wie er ist. Und Du gibst das Werkzeug hinein, gezielt und mit Schmackes 😊 und schaust einfach zu, wie das Werkzeug für Dich wirkt. Wir nennen diese Tools Werkzeuge, weil sie eine Funktion haben: Sie sind gebündelte und spezialisierte Aufmerksamkeit. Ein Lichtblitz. Ein Laserschwert. Ein sanftes Pusten durch den Bereich. Die Art der Wirkung ist gleich, Deine Wahrnehmung ist Deiner inneren Bilderwelt überlassen. Jeder Mensch empfindet es anders. Und jeder Bewusstseinsbereich erzeugt eine eigene Variante an Gefühl beim Leichtwerden. Das Werkzeug arbeitet für Dich, indem Du es in diesen Bewusstseinsbereich hineingibst. Ganz von selbst. Das funktioniert eben darum so fantastisch, weil es Dir durch das immer weitere Abschütteln Deiner vielen Lasten und Masken immer leichter fällt, Deine eigentliche Macht wieder anzunehmen.


Wir sagen: Transformation war gestern. Heute geht’s um Bereinigung. Kurz zurück zum Strand gesprungen: Es wird möglich sein, die komplette Spirale, das ganze riesengroße Mosaik komplett mit Haut und Haar in nur ein paar Minuten zu durchfegen, es zu durchleuchten, es verschwinden zu lassen. Und das ist kein Quatsch, das ist sogar extrem logisch und konsequent. Und es wird immer einfacher und geht immer schneller. Warum? Weil die Werkzeuge immer mehr Power haben! Wir haben ja auch angefangen mit den einzelnen Denkmustern. Dann konnten wir ganze Themenbereiche durchfegen. Dann ganze Bewusstseinsbereiche. Dann ganze Komplexe. Das, was wir jetzt gerade in unseren Workshops tun, ist ja noch nicht das Ende der Fahnenstange. Die Stange wird noch viel höher werden. Das ist pure Freude an Entwicklung und reiner Spaß am Wachsen und am Sein.


Megagenial, oder?


Lass all das los, was Du gesammelt hast. Leichtwerden, einfach werden, einfach nur sein.

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©2020 Sandra Greuel

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